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Haltung und Pflege Verhalten

Freiflug ist kein Freigang

Manchmal unterliegen wir einem Denkfehler:
Wir stellen uns unter dem Zimmerfreiflug so etwas ähnliches vor wie einen Freigang, bei dem die Gefängnisinsassen ihre Zellen verlassen dürfen, um im Gefängnishof brav ihre 10 Runden zu drehen, ehe sie wieder in ihre Zellen zurückkehren (außer, es bietet sich ihnen eine Möglichkeit zur Flucht).

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Begriffe und Definitionen

Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien

Das Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien (10. Januar 1995) bezieht sich ebenfalls auf die Kriterien, Merkmale und Forderungen einer artgerechten Haltung nach dem tiergartenbiologischen Ansatz.
Deutlich wird bei dem Differenzgutachten und Zusatzerklärungen, dass es durchaus unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie diese Haltung konkret aussehen soll (s.u.).

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Verhalten

Nur Beobachter und Pfleger?

Die fünfte, aus den Kriterien des tiergartenbiologischen Ansatzes abgeleitete Forderung  – dass man als Besitzer nur als Beobachter und Pfleger fungiert – macht es notwendig, nochmals zu den Motiven und Erwartungen zurückkehren.
Wenn so oft von den Vorteilen der Außenvolierenhaltung die Rede ist und das sie artgerechter sei als die in der Wohnung stellt sich natürlich die Frage, warum man diese Haltungsform nicht wählt.

Natürlich gibt es da die offensichtlichen Gründe: man verfügt über kein eigenes Grundstück oder befürchtet Konflikte mit der Nachbarschaft auf Grund der Lärmentwicklung.

Oft sind es aber nicht alleine diese Gründe, die zu der Entscheidung für eine Wohnungshaltung geführt haben:
Für viele Halter ist es wichtig, die Tiere in ihrer unmittelbaren Nähe, in ihrem täglichen Lebensumfeld zu haben und nicht in einer vielleicht 30m entfernten Gartenvoliere, die man unter Umstänbden nur einige Stunden am Tag besucht.

Man wünscht sich, aus welchen psychologischen Gründen auch immer, eine engere Tier-Mensch-Beziehung.

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Begriffe und Definitionen

Forderungen an ein artgerechtes Haltungssystem

Zu den einzelnen aus den Kriterien des tiergartenbiologischen Ansatzes abgeleiteten Forderungen:

1. Paarweise Haltung ist für mich aus den wohl bekannten Gründen ein Muss.
Allerdings: wenn Fehler in der Vergangenheit passiert sind kann es eben auch sein, das es keinen anderen Weg mehr als die Einzelhaltung gibt oder aber das die Versuche einer Verpaarung die Möglichkeiten des Halters überschreiten. Dies muss aber im Einzelfall genau geprüft und ein Halterwechsel erwogen werden!

2. Naturbruten sollten es möglichst sein – ich würde mir nicht wieder eine Handaufzucht kaufen.

3. In der Wohnungshaltung ist eine gewisse Erziehung  auch als Selbstschutz des Menschen oft unumgänglich.

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Begriffe und Definitionen

Der tiergartenbiologische Ansatz

Es wurde bereits erwähnt, dass der Begriff „artgerecht“ abhängig von den verschiedenen Interessen derjenigen, die definieren oder definieren lassen, sehr unterschiedlich bestimmt wird und es letztlich eine ethische Definition ist. So bevorzugt ein Produzent von Hühnereiern eine andere Definition als jemand, der zur Arterhaltung eine seltene Wildhühnerart im Zoo pflegt, oder als jemand, der Papageien im Wohnzimmer hält und dann vielleicht eher dem Begriff „tiergerecht“ zuneigt.